Internetseiten hochladen
From NJH-Wiki
- Autor
- Volker Grabsch
Jeder, der seine Webseite selbst baut,
kennt das Problem:
Irgendwie müssen die ganzen Dateien auf den Server hochgeladen werden.
Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:
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FTP (nicht mehr zeitgemäß)
Bei uns in der Firma fragen die meisten Kunden nach FTP.
Der Kunde will "FTP" haben. Möchte der Kunde wirklich FTP? Nein, er möchte nur einen Stapel von Dateien auf unseren Server hochladen. Für ihn ist
- "Dateien hochladen" = FTP
Dieser Irrtum ist weit verbreitet. Es wird ein Trabbi verlangt, obwohl jedes andere Auto besser wäre.
FTP ist nur ein Protokoll von vielen. Für dieses Halbwissen können die Anwender nichts. Ihnen wird von den meisten Hosting-Anbietern suggeriert, es gäbe nichts außer FTP.
Ein anderes Beispiel ist der einfache Homepage-Baukasten von Data Becker. So schön das Programm sein mag: Es geht stillschweigend davon aus, dass es nur FTP gäbe. Dem Kunden wird einfach nur das "Hochladen" angeboten. Nirgends ein Wort, dass FTP verwendet wird, oder die Option, ein besseres Protokoll zu benutzen.
Ein Positiv-Beispiel ist NetObjects Fusion, welches SFTP zum Hochladen anbietet. Leider kann es kein RSync.
SCP (nicht mehr zeitgemäß)
SCP basiert auf SSH und genießt entsprechende Vorteile gegenüber FTP:
- Die Daten werden verschlüsselt übertragen.
- Die Daten werden komprimiert übertragen.
- Es wird nur ein Port verwendet.
Der große Nachteil von SCP ist, dass es nicht wirklich ein Standard ist. Werden serverseitig auch nur die Sprach-Einstellungen verändert, funktionieren einige SCP-Programme nicht mehr. Außerdem lässt sich SCP serverseitig schlecht absichern.
SFTP (gut)
SFTP ist die Weiterentwicklung von SCP und wird von jedem modernen Betriebssystem unterstützt.
Die Unix-Systeme (Linux, BSD, ...) unterstützen SFTP von Hause aus.
Für Windows gibt es WinSCP. Der Name stammt noch aus alten Zeiten. WinSCP beherrscht sowohl SCP als auch SFTP.
rsync (sehr gut)
rsync basiert ebenfalls auf SSH.
Es ist in der Unix-Welt sehr weit verbreitet und wird vorallem für Sicherungskopien eingesetzt. Es lädt nur die Teile der Dateien hoch, die sich wirklich geändert haben.
Aber genau das will man ja auch bei Webseiten. Es sollen nicht alle Seiten komplett neu hochladen werden, wenn sich nur ein einziges Wort geändert hat. rsync ist also wie geschaffen für das Hochladen von Internetseiten.
Jedoch ist zu beachten, dass rsync im Gegensatz zu den anderen Protokollen wirklich nur Dateien hochlädt. Es kann keine Verzeichnisbäume anzeigen oder Dateien umbenennen (dafür gibt es SFTP). Deshalb hat rsync auch keine graphische Oberfläche.
Die Unix-Systeme (Linux, BSD, ...) unterstützen rsync von Hause aus.
Für Windows gibt es cwRsync. Dies ist sehr klein und einfach gehalten. Es eigent sich hervorragend zum automatischen Hochladen.
WebDAV (gut)
WebDAV basiert auf HTTP und unterstützt SSL. Es wird von allen modernen Betriebssystemen direkt unterstützt. Dadurch bietet es ähnliche Vorteile wie SFTP.
Jedoch ist WebDAV serverseitig schwer abzusichern, wenn darüber ausführbare Scripte hochgeladen werden sollen. Daher wird für das Hochladen von PHP- oder Ruby-Scripten eher SFTP/rsync bevorzugt.
Für eine reine Dokumentenablage (z.B. HTML- und PDF-Dateien) ist WebDAV jedoch ideal. Besonders interessant ist das in Kombination mit einer Versionskontrolle, etwa WebDAV mit Subversion.

